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FAQ zu SSDs

Hardware-Zone
Veröffentlicht von in Speicher · 15 September 2013
Welche Vorteile hat ein SSD gegenüber einer normalen Festplatte?

  • Geringere Zugriffszeit
Sowohl die Positionierungszeit für die Schreib-/Leseköpfe als auch die Wartezeit bis zum Erreichen des angesprochenen Datenblocks bzw. Sektors entfallen bei SSDs. Eine SSD ist mit etwa 0,1 ms (Lesen) 100-mal schneller als eine Festplatte (Quelle). Dadurch können wesentlich mehr Schreib-/Lesebefehle pro Sekunde (IOPS -  Input/Output operations Per Second) ausgeführt werden. In der Praxis macht sich dies vor allem durch wesentlich kürzere Ladezeiten von  Programmen bemerkbar.
  • Höhere Datenübertragungsrate
Die Übertragungsrate eines einzelnen Flash-Speicherchips beträgt zwar nur 40 MB/s, da der Steuerungschip aber  auf mehrere Speicherbausteine parallel zugreifen kann, ist sie viel höher als bei Festplatten (bei 10 Speicherkanälen 400 MB/s, Festplatten kommen nicht über 200 MB/s hinaus, Quelle).
  • Höhere Robustheit
Festplatten können durch Erschütterungen im  laufenden Betrieb einen sogenannten Headcrash erleiden. In diesem Fall  hat der Schreib-/Lesekopf die Plattenoberfläche berührt und sie damit  zerstört.  
  • Absolut geräuschloser und sparsamer Betrieb
In einem SSD gibt es keine Antriebsmotoren. Im Ruhezustand beträgt der Verbrauch weniger als 1 Watt, im laufenden Betrieb etwa 3 Watt. Festplatten verbrauchen bis zu  10 W (Quelle).

Ich habe gehört, dass SSDs eine kurze Lebensdauer haben. Lohnt sich eine Anschaffung dann?

Zwar ist die Lebensdauer von Flash-Speicher (Anzahl der Schreibvorgänge) immer noch viel geringer als bei herkömmlichen Festplatten, liegt aber mittlerweile in einem vertretbaren  Bereich. Es gibt verschiedene Maßnahmen seitens der Hersteller, um die Lebensdauer zu erhöhen:
  • Dynamic Wear-Leveling: Der SSD-Steuerungschip (Controller) wählt beim Schreiben den am wenigsten abgenutzten Block aus dem Reservoir an gelöschten Blöcken aus. Nachteil: Die Abnutzung nimmt mit dem Befüllungsgrad des SSD zu.
  • Static Wear-Leveling: Der Controller wählt den am wenigsten abgenutzten Block aus. Für den Fall, dass dieser bereits belegt ist, wird dessen Inhalt in einen  anderen Block verschoben. Nachteil: Komplexer und deshalb langsamer
  • Over-Provisioning: Um den Verlust an Speicherkapazität durch defekte Blöcke auszugleichen, spendieren die Hersteller der SSD zusätzliche, versteckte Speicherbereiche. Die meisten Hersteller geben die Kapazität ihrer Laufwerke ohne Over-Provisioning an. Deshalb ergeben sich manchmal Werte wie 60, 120 oder 240 GB (statt 64, 128 oder 256 GB), obwohl die Speicherkapazität immer ein Vielfaches von 8 beträgt. Die Differenz ist das Over-Provisioning.
  • Fehlerkorrektur: Dank fortschrittlicher Fehlerkorrekturverfahren können leicht beschädigte Speicherzellen weiterverwendet werden, da Bitfehler beim Lesen erkannt und zum Teil behoben werden können.
Die theoretische Lebensdauer einer MLC-Zelle liegt bei durchschnittlichem, täglichem Gebrauch (10 GB Schreibvolumen) bei etwa 35 Jahren (Quelle)!

Was muss ich bei Verwendung eines SSD beachten?

Um ein aktuelles Solid State Drive überhaupt vernünftig nutzen zu können, muss Ihr System folgende Voraussetzungen erfüllen:
  • Das  Betriebssystem muss den TRIM-Befehl unterstützen (z.B. Windows 10, Windows 7, Linux  2.6.33). Mit diesem Befehl können nicht mehr genutzte Blöcke gelöscht werden.
  • Für den Einsatz sehr schneller SSDs sollte die Hauptplatine einen M.2-Anschluss besitzen, da mittlerweile die meisten Solid-State-Laufwerke der Oberklasse diesen Standard nutzen.
  • Es sollten alle Programme, die viele Schreibvorgänge im Hintergrund durchführen, ausgeschaltet  werden, z.B. SuperFetch (ReadyBoost) und Defragmentierung. Ansonsten verkürzt sich die Lebenszeit eines SSDs unnötig.
  • Verwenden Sie für Daten, die häufig geändert werden, am besten eine herkömmliche Festplatte.

Ich habe mir ein SSD mit 128 GB Speicherkapazität gekauft. Warum zeigt Windows "nur" 119 GB an?

Die tatsächliche, physische Speicherkapazität beträgt auch "nur" 119 GB. Die Hersteller geben die Speicherkapazität von Festplatten und SSDs mit  Dezimal-Präfix (1 Gigabyte = 10^9 = 1.000.000.000 Byte) und nicht mit  Binär-Präfix (1 Gibibyte = 2^30 = 1.073.741.824 Byte) an. Dadurch ergibt sich eine Differenz von ((2^30 - 10^9)/(10^9 x 100%)=) 7,35%. Die physische Kapazität beträgt bei dieser SSD 118,59 GB ((128 * (100 -  7,35))/100).

Herstellerangabe   Effektiv
500 GB                     463,25 GB
1 TB (=1.000 GB)     926,50 GB
2 TB                     1.853,00 GB
3 TB                    2.779,50 GB


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