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Infos und Benchmarks zur Ryzen-7000-Serie

von | Sep 15, 2022 | CPU | 0 Kommentare

Am 29. August 2022 stellte AMD die Ryzen-7000-Serie vor, welche die mittlerweile vierte Generation der Zen-Mikroarchitektur („Raphael“) darstellt und ab dem 27. September im Handel erhältlich sein wird. Sie besteht aus den Modellen Ryzen 5 7600X (6 Kerne/12 Threads), Ryzen 7 7700X (8 K/16 T), Ryzen 9 7900X (12 K/24 T) und Ryzen 9 7950X (16 K/32 T).

ModellTakt
Basis/Turbo (GHz)
L2+L3-Cache (MiB)RAMTDP (W)PPTPreis (USD)
Ryzen 9 7950X4,5/5,780DDR5-5200170230699
Ryzen 9 5950X3,4/4,972DDR4-3200105142799
Ryzen 9 7900X4,7/5,676DDR5-5200170230549
Ryzen 9 5900X3,7/4,870DDR4-3200105142549
Ryzen 7 7700X4,5/5,440DDR5-5200105142399
Ryzen 7 5700X3,4/4,636DDR4-32006588299
Ryzen 5 7600X4,7/5,338DDR5-5200105142299
Ryzen 5 5600X3,7/4,635DDR4-32006588299

Verbesserungen gegenüber der Ryzen-5000-Serie (Zen 3)

  • Neuer Sockel AM5: Was sich bei Intel-CPUs schon lange bewährt hat, hält nun auch bei AMD-Einzug: Statt empfindlicher „Beinchen“ (Pins) besitzen die neuen CPUs nun Kontaktflächen (Land-Grid-Array). Außerdem benötigen die neuen CPUs mehr Strom und unterstützen PCI-Express 5.0. Deshalb wurde nun auch ein neuer Sockel mit 1718 Kontaktflächen (LGA1718) eingeführt.
  • PCI-Express-5.0-Unterstützung: PCIe liefert nun mit 3,9 GB/s pro Lane eine doppelt so hohe Datenübertragungsrate wie der Vorgänger.
  • DDR5- Unterstützung: Die neuen CPUs unterstützen DDR5-Arbeitsspeicher mit einer effektiven Taktfrequenz von 5200 MHz. Über EXPO (Extreme Overclocking Profile) können aber auch schnellere Speichermodule eingesetzt werden. Eigenentwicklungen der Mainboard-Hersteller wie DOCP (Asus) oder EOCP (Gigabyte) sollen so durch einen einheitlichen Speicher-Übertaktungs-Standard ersetzt werden, vergleichbar mit Intels XMP (Extreme Memory Profile). Der Vorgängerstandard DDR4 wird nicht mehr unterstützt.
  • 5-nm-Fertigungsprozess: Trotz des größeren L2-Cache schrumpft die Größe der Chiplets mit den Prozessorkernen um 18 Prozent – dank der von 7 auf 5 nm verkleinerten Strukturen. Das 5-nm-Fertigungsverfahren lässt aber auch wesentlich höhere Taktfrequenzen von bis zu 5,7 GHz zu. Der Ryzen 5950X erreichte bei einem aktiven Kern nur maximal 4,9 GHz.
  • 13 Prozent höhere IPC-Rate: Die Anzahl der ausgeführten Befehle pro Taktzyklus (Instructions per clock) wurde vor allem durch Optimierungen im Front-End erhöht. Darunter versteht man den Bereich der CPU, in dem die eintreffenden Daten gepuffert und dekodiert werden.
  • Größerer 2L-Cache: Der 2L-Cache wurde pro Kern von 0,5 auf 1 MiB verdoppelt.
  • Integrierte RDNA2-Grafikeinheit: Die integrierte GPU besitzt lediglich zwei CUs (eine Compute Unit besteht aus 64 Shader-Einheiten) und wird mit 400 MHz Basis- und 2.200 MHz Turbo-Takt betrieben. Sie eignet sich deshalb nur für die grundlegende Bildausgabe, der Fehlerdiagnose bei Grafikkartenproblemen sowie der beschleunigten En- und Dekodierung von Videodateien.
  • AVX-512-Befehlssatzerweiterung: Die „Advanced Vector eXtensions“ sollen vor allem KI-basierte (KI = künstliche Intelligenz) Berechnungen deutlich beschleunigen.

Kompatibilität mit bestehenden Systemen

Da erstmals seit Bestehen der Ryzen-CPUs mit dem AM5-Sockel eine neue Plattform eingeführt wird, sind bestehende Systeme nun nicht mehr kompatibel. Es wird ein Mainboard mit den neuen 600er-Chipsätzen B650, B650E(xtreme), X670 oder X670E(xtreme) benötigt. Mainboards mit den beiden teureren Chipsätze X670 und X670E, die sich eher an Enthusiasten richten, sind bereits im September verfügbar, während entsprechende Modelle mit den billigeren Mainstream-Chipsätzen B650 und B650E erst im Oktober erhältlich sein werden. Auch vorhandene DDR4-Speichermodule können nicht weiterverwendet werden, da die neuen Chipsätze nur noch DDR5-Speicher unterstützen.

Leistung

Bei bis zu 48 Prozent bei Anwendungen und bis zu 35 Prozent bei Spielen soll der Vorsprung eines Ryzen 9 7950X laut AMD im Vergleich zum Vorgängermodell liegen. Bereits der schwächste Prozessor der Ryzen-7000-Serie, der Ryzen 5 7600X, kann sich in AMDs eigenen Spiele-Benchmarks durchschnittlich fünf Prozent vor der schnellsten Intel-CPU Core i9-12900K positionieren.

Stromverbrauch/Effizienz

Das Leistungsbudget wurde bei allen Modellen stark angehoben, so dass die maximale Leistungsaufnahme etwa beim 16-Kerner von 142 auf 230 W steigt. Damit kommt AMD in Regionen eines Intel Core i9-12900K, der eine maximale Leistungsaufnahme von 241 W hat. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass auch die Effizienz im Vergleich zum Ryzen 9 5950X laut AMD um bis zu 74 Prozent gesteigert wurde (bei einer TDP von 65 W).

Quellen:

https://www.computerbase.de/2022-08/amd-ryzen-7000-vier-neue-cpus-bieten-plus-13-prozent-ipc-und-bis-zu-5-7-ghz-takt/

https://www.pcgameshardware.de/AMD-Zen-Architektur-261795/News/AMD-Ryzen-7000-Zen-4-Offiziell-Launch-1402240/

https://www.golem.de/news/amd-raphael-zen-4-ryzen-7000-schlagen-intel-um-bis-zu-57-prozent-2208-167946.html