Infos und Benchmarks zu den Core-i-CPUs der 10. Generation

Am 30. April veröffentlichte Intel erstmals offizielle technische Details zu seiner kommenden CPU-Generation. Die ersten CPUs werden am 20. Mai erwatet. Deshalb gibt es an dieser Stelle einen kurzen Überblick über die wichtigsten technischen Neuerungen gegenüber der Vorgängergeneration.

Bei den Core-i-Prozessoren der 10. Generation, auch unter dem Codenamen Comet Lake-S bekannt, handelt es sich um den mittlerweilen (nach Kaby Lake, Coffee Lake und Coffee Lake R) vierten Aufguss der fünf Jahre alten Skylake-Mikroarchitektur. Echte Innovationen sind demnach nicht zu erwarten. Auch der 14-nm-Fertigungsprozess bleibt unverändert.
Insgesamt umfasst die Core-i-10000-Serie 32 Modelle, beginnend beim Einsteigermodell, dem Core i3-10100 mit 4 Kernen, bis hin zum Oberklassemodell, dem Core i9-10900(K/KF) mit 10 Kernen.
 
Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
  • Die maximale Anzahl von CPU-Kernen wurde von 8 auf 10 erhöht.
  • Alle Modelle unterstützten nun Hyper-Threading, also die virtuelle Kernverdoppelung. Bei der Vorgängergeneration hatten nur die Core-i9-CPUs diese Fähigkeit.
  • Einzelne Threads können nun softwareseitig deaktiviert werden. Diese Maßnahme kann zu Leistungsgewinnen v.a. bei Spielen führen, da diese schlechter  mit vielen Kernen bzw. Threads umgehen können als normale Anwendungen.
  • Die Prozessoren besitzen 49 zusätzliche Kontakte und erfordern deshalb eine neue Schnittstelle, den Sockel 1200. Diese Anschlüsse stellen u.a. die Stromversorgung für die zusätzlichen CPU-Kerne zur Verfügung (max. 166 A statt 133 A).
  • Die beiden Modelle i9-10900 und i7-10700 bieten nun DDR4-2933-Unterstuetzung. Die 9. Generation unterstützte ausschließlich DDR4 mit einer effektiven Taktfrequenz von 2666 MHz.
  • Die maximal bei einem aktiven CPU-Kern erreichbare Taktfrequenz (Single-Core Turbo-Boost) des Spitzenmodells wurde mittels Thermal Velocity Boost (TVB) von 5,2 auf 5,3 GHz erhöht. In diesem Modus kann, so lange die Temperatur der CPU unterhalb der festgelegten Grenze von 70 °C liegt, die Taktfrequenz um 100 MHz höher liegen als im normalen Turbo-Modus (Turbo Boost Max 3.0), vorausgesetzt das eingestellte Leistungslimit der Stromversorgung wird nicht überschritten.
Quellen:
Leistung eines Core i9-10900K
  • Spiele
Was die Leistung in aktuellen Spieletiteln betrifft, liegen die Intel-Prozessoren immer noch knapp vor ihren AMD-Pendants. Das Spitzenmodell, der Core i9-10900K (10 Kerne/4,9 GHz), erreicht im Vergleichs-Test der Gamestar im Durchschnitt eine um 12 Prozent höhere Bildrate (Bilder pro Sekunde, fps) als ein Ryzen 9 3900X (12 Kerne/ca. 4,15 GHz). Das liegt daran, weil Spiele nach wie vor mehr von höheren Taktraten als von einer höheren Anzahl CPU-Kernen profitieren.
Im Vergleich zum Vorgänger, dem Core i9-9900K(S), ist der Leistungsunterschied so gering, dass dieser in der Praxis kaum ins Gewicht fällt. [Quelle]
  • Anwendungen
In diesem Bereich fällt der Vorsprung der Intel-CPUs geringer aus. Bei Anwendungen, die mit steigender Kernzahl gut skalieren, liegt der Ryzen 9 3900X vor dem Core i9-10900K. Dies zeigt besonders der Leistungstest Cinebench R15: Hier liegt die AMD-CPU sogar 15 Prozent vor der Intel-CPU.
Hier ist auch aufgrund der zwei zusätzlichen Kerne die Mehrleistung im Vergleich zum direkten Vorgänger größer. [Quelle]
Fazit
Der Intel Core i9-10900K ist trotz veralteter Technik der aktuell schnellste, aber auch teuerste Prozessor für Desktop-PCs. Die zusätzliche Leistung wird hauptsächlich durch eine Erhöhung von Kernzahl und Taktfrequenz erzielt. Für einen reinen Gaming-PC reicht allerdings eine günstigere Core-i5- oder Core-i7-CPU der beiden Vorgängergeneration (z.B. i7-8700K) vollkommen aus.